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Gelernt, Geduld aufzubringen

Während Monaten litt der Bieler Triathlet Gabriel Hopf an Verletzungen. Nun kämpft er sich zurück.


Im letzten Herbst war Gabriel Hopf rundum zufrieden. Die Saison 2008 war die beste in seiner bisherigen Karriere. Nachdem er im Frühjahr U23-SchweizerMeister im Duathlon geworden war, gewann er im Spätsommer an den Triathlon-SchweizerMeisterschaften über die Olympische Distanz Silber in der Hauptklasse. Ein Exploit, den der damals 21-jährige Bieler nicht erwartet hatte. Entsprechend zufrieden blickte er der Saison 2009 entgegen.


Gleich zweimal verletzt

Interviewtermin im Juni 2009. Gabriel Hopf kann von keinen neuerlichen Höhenflügen berichten – stattdessen von zwei Verletzungen, die ihm in den letzten Monaten das Leben schwergemacht haben. Zunächst verlor er im Januar sechs Wochen, weil sich beim Lauftraining ein Wirbel in seinem Rücken verschoben hatte und jeden Schritt zur Qual machte.

Als diese Verletzung, deren Ursache ein Muskeldefizit im Rücken war, ausgeheilt war, folgte der nächste moralische Tiefschlag: Im Trainingslager in Spanien wollte der ehrgeizige Bieler Verpasstes nachholen und spürte prompt Schmerzen im linken Knie. «Schmerzen, die sich nicht einfach so unterdrücken liessen», wie er betont. Nach einer MRIUntersuchung Mitte April wusste er, dass seine Kniescheibe leicht gegen aussen verschoben war. Drei Wochen lang stabilisierte er das betroffene Gelenk mit einem Tape. Als er es wieder einmal ohne versuchte, erlebte er die grosse Ernüchterung: «Die Schmerzen waren wieder so gross wie am Anfang.»

Die Geduldprobe schien endlos, da kam nach einem Besuch bei einem Physiotherapeuten die Erlösung. «Von einem Tag auf den andern habe ich nichts mehr gespürt.» Hopf kann sich die unverhoffte Heilung nicht recht erklären, weiss aber: «Ich habe gelernt, Geduld aufzubringen. Ich bin 22 und möchte auch in zehn Jahren noch Sport treiben können. Deswegen war es mir wichtig, die Verletzung richtig ausheilen zu lassen.» Und die Widerwärtigkeiten hatten auch eine positive Seite: Hopf trainierte vermehrt seine schwächste Disziplin, das Schwimmen. Die Fortschritte, die er dabei machte, gaben ihm moralischen Rückenwind.


Comeback Mitte Juli

Der angehende Krankenpfleger, der täglich um 5.35 Uhr aufsteht, um in Aarberg zur Arbeit oder in Bern zur Schule zu gehen, ist nun wieder voll im Training – wobei er darauf achtet, seinen Körper nicht zu überfordern. Seine nächste Wettkampfteilnahme hat er am 11. Juli am Züri-Triathlon geplant. Nicht, um gross für Furore zu sorgen, sondern «um wieder einmal einen Wettkampf zu erleben». Sein letzter Einsatz liegt dann schon über zehn Monate zurück. Hauptziel der restlichen Saison soll die Triathlon-SM am 30. August in Lausanne sein. Seinen Titel als U23Schweizer-Meister im Duathlon hat er wegen der langwierigen Knieverletzung nicht verteidigen können, doch er weiss: «Nächstes Jahr habe ich bei den U23 noch einmal eine Chance.»

Eine andere Chance will der vielseitige Bieler noch in diesem Jahr packen. Die, einmal «etwas Verrücktes» zu machen. «Eine Teilnahme am Alpenbrevet über fünf Pässe zum Beispiel.» Nächstes Jahr will Gabriel Hopf dann als Triathlet wieder voll angreifen.


LINK: www.gabrielhopf.ch


Quelle: Bieler Tagblatt 19.6.2009

Eintrag Felix Weilenmann


Triathlon Club Seeland - Email: info[at]triseeland.ch