Im Juni haben Sie nach mehreren von Rücken- und Knieproblemen geprägten Monaten wieder geregelt zu trainieren begonnen, nun haben Sie in Zürich gleich einen nationalen Triathlon gewonnen. Überrascht?
Gabriel Hopf: Mit diesem Sieg habe ich wirklich nicht gerechnet. Nach einem schwierigen halben Jahr habe ich mir keinen bestimmten Rang zum Ziel gesetzt. Es ging mir einzig darum, wieder einmal an einem solchen Wettkampf mitzumachen und dabei ein gutes Gefühl zu haben. Es war eines meiner Saisonziele, einmal ein solches Circuit-Rennen zu gewinnen. Dass ich das so schnell geschafft habe, überrascht mich, das muss ich zugeben.
Nach dem Schwimmen waren Sie 37., auf dem Velo und beim Laufen waren Sie der Schnellste. War es aus Ihrer Sicht das perfekte Rennen?
Das Schwimmen verlief nicht optimal. Ich bin mit einem neuen Neoprenanzug geschwommen, der sich leicht mit Wasser gefüllt hat. Da braucht es nicht viel, und man ist langsamer. Auf dem Velo hatte ich selbst in der OverallRangliste zusammen mit der ProKategorie die zweitbeste Zeit des Tages. Ich war beispielsweise schneller als Reto Hug, der ja nicht irgendwer ist. Das ist erstaunlich, wenn man die Vorbereitung bedenkt.
Als Sie zwischen April und Juni an Knieschmerzen litten, sind Sie vermehrt geschwommen. Macht sich das nun bezahlt?
Ich denke schon. Ich spüre, dass ich Fortschritte gemacht habe. Nun muss ich diese noch umsetzen. In einem offenen Gewässer ist es eben nicht das Gleiche wie in einem Hallenbad.
Wenn Sie Ihren heutigen Formstand betrachten: Wo haben Sie noch das grösste Defizit wettzumachen?
Beim Laufen. Ich spüre, dass mir dort Trainingskilometer fehlen. Ich bin jedoch überzeugt, dass ich mich in allen Disziplinen noch verbessern kann. Schliesslich ist es nicht gut, wenn man sich zu schnell zufriedengibt.
Und die Knieschmerzen, die Sie wochenlang behindert haben, sind nicht wieder gekommen?
Nein. Wenn ich immer schön meine Übungen mache, sollte ich keine Probleme mehr haben.
Ist der Sieg in Zürich für Sie der Beweis, dass trotz aller Verletzungssorgen noch nicht die gesamte Saison verloren ist?
Ja. Ende Juni bin ich in Nottwil über die Kurzdistanz gestartet und habe gewonnen. Das war nicht so schwierig, hat mir aber gezeigt, dass ich noch gewinnen kann. Dieser Sieg am Züri-Triathlon hat für mich Goldwert. Ich weiss jetzt, dass ich vorne dabei sein kann. Nach vier Kilometern der Laufstrecke übernahm ich die Spitze. Wenn man ein Rennen auf diese Weise nach Hause bringen kann, ist das ein ganz anderes Gefühl, als wenn man von hinten aufholen muss.
Über die Ironman-Distanz hat Ronnie Schildknecht, mit dem Sie auch schon trainiert haben, in 8:20:20 Stunden gewonnen. Wie beurteilen Sie seine Leistung?
Seine Leistung war sehr, sehr stark. Er hatte nicht seinen besten Tag, absolvierte ein einsames Rennen und baute seinen Vorsprung beim Laufen noch von dreieinhalb auf elf Minuten aus. Den Marathon lief er in 2:50 Stunden. Das zeugt von seinem Weltklasseniveau und ich bin überzeugt, dass er in Hawaii eine Top3-Rangierung erreichen kann.
INFO: Das Rennen führte über die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Laufen). Gabriel Hopf erreichte eine Endzeit von 2:03:41 Stunden.
Quelle: Bieler Tagblatt 14.7.09
Eintrag: Felix Weilenmann
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