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«Als ich die Rangliste sah, war ich baff»

Die Seeländer Triathletin Susanne Gries hat an der Halbdistanz-IronmanWM in Florida in ihrer Kategorie den starken 5. Platz erreicht. Ihr grosses Ziel im nächsten Jahr: Der OriginalIronman auf Hawaii.



Clearwater Beach, Florida: Wer an diese Destination denkt, denkt höchst wahrscheinlich an Ferien. Nicht so Susanne Gries. Die 33-jährige Deutsche, die seit mehreren Jahren im Seeland lebt, nahm dort am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal an der Halbdistanz-Ironman-WM teil. Nachdem sie vor einem Jahr bei ihrer WM-Premiere den 14. Platz in ihrer Kategorie (Frauen zwischen 30 und 34 Jahren) erreicht hatte, lief es ihr diesmal noch besser. Sie verbesserte sich um beeindruckende 17 Minuten und wurde in 4:29:12 Stunden starke Fünfte. Ihr Glück: An der Siegerehrung wurde in jeder Kategorie bis zum 5. Platz ein Pokal abgegeben.


Im Windschatten gefahren

Am offensichtlichsten sind Susanne Gries’ Fortschritte auf dem Rad. Die 90 Kilometer lange, topfebene Strecke absolvierte sie diesmal 16 Minuten schneller als letztes Mal. Das erklärt sie einerseits mit einem Trainingsschwerpunkt in dieser Disziplin und andererseits damit, dass sie zwischendurch im Windschatten anderer Fahrerinnen fuhr. «Die Organisatoren sagten, Windschattenfahren sei verboten, doch könnten sie dieses Verbot kaum kontrollieren. Vorgeschrieben wäre ein Abstand von sieben Metern zum Vordermann und daran habe ich mich zunächst auch gehalten. Als mich bei Streckenhälfte erneut ein kleines Feld überholte, sagte ich mir: Jetzt mache ich das auch, sonst wäre ich ja dumm.» Insgesamt, schätzt die Bellmunderin, brachte ihr dies einen Zeitgewinn von fünf bis sechs Minuten.

Auf der Laufstrecke spielte Susanne Gries ihre grosse Stärke aus und machte noch mehrere Plätze gut. Wie gut sie im Rennen lag, wusste die absichtlich ohne Uhr gestartete Lauf-Spezialistin jedoch nie. «Ich hatte ein super Gefühl, war immer gut drauf und kam ohne Krise durch. Dass ich so weit nach vorne komme, habe ich jedoch nicht erwartet. Als ich die Rangliste sah, war ich baff.» Auf die schnellste Frau im ganzen Feld büsste sie knapp 30 Minuten ein, auf die Kategoriensiegerin weniger als neun Minuten. «Darauf bin ich schon ein wenig stolz», verleiht die Athletin ihrer Zufriedenheit Ausdruck.


Lanzarote und Hawaii

Nach zwei WM-Teilnahmen über die Halb-Ironman-Distanz hat sich die Seeländerin ein neues, grosses Ziel gesetzt: Eine Teilnahme am Original-Ironman auf Hawaii. Dass sie es dorthin schaffen kann, stellte sie unter Beweis, als sie im Mai auf Lanzarote (Sp) erstmals an einem Ironman mitmachte und auf Anhieb den 3. Kategorienplatz erreichte. Ein Resultat, dank dem sie schon in diesem Jahr nach Hawaii hätte reisen können. In der kommenden Saison will sie sich wiederum auf Lanzarote ihren WM-Startplatz sichern – und falls sie es dort nicht schafft, in Zürich.

3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und zum Abschluss ein Marathonlauf: Das steht nur durch, wer physisch und psychisch in Form ist. Bei Susanne Gries ist dies der Fall. «In Lanzarote war es heiss und windig und auf der Radstrecke machten wir um die 2000 Höhenmeter. Trotzdem bin ich ohne grössere Schwierigkeiten durchgekommen.» Viele Athleten bekundeten Mühe mit dem Wechsel vom Velo auf die Laufstrecke, sagt die Seeländerin. Ihr selber falle dieser Wechsel leichter, weil das Laufen ihre grosse Stärke sei.

Wenngleich ihre sportlichen Perspektiven vielversprechend sind, der Weg nach Hawaii wird für Susanne Gries lang und hart. Vorerst ist jedoch nicht Training, sondern Erholung angesagt: Bis Ende Woche macht sie in Florida Ferien.


Susanne Gries’ Zeiten im Vergleich:
1,9 km Schwimmen 2008: 33:41      2009: 33:12 90 km
Rad fahren             2008: 2:36:13   2009: 2:20:19
21,1 km Laufen      2008: 1:30:25   2009: 1:29:31
Total:                    2008: 4:46:18    2009: 4:29:12
Die Totaldistanz entspricht 70,3 Meilen. Deswegen wird der Anlass offiziell Ironman 70,3 genannt. (bfn)



Quelle Bieler Tagblatt 19.11.09
Eintrag Felix Weilenmann


Triathlon Club Seeland - Email: info[at]triseeland.ch