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Werde keinen Trainingsplan schreiben (BT 5.8.10)

Susanne Gries hat sich beim Ironman Zürich für die TriathlonWeltmeisterschaft in Hawaii qualifiziert. Und das trotz einem Trainingsunfall der Ausdauersportlerin aus Port im Mai.

Kann wieder lachen: Susanne Gries hat sich nach ihrem Trainingsunfall im Mai schnell erholt und ist in Topform.
Bild: René Villars/a

Auf den Lenker gebeugt tritt Susanne Gries in die Pedale. Auf ihrem Rennvelo rast sie über den Asphalt einer langen, geraden Strasse. Ein Auto kommt entgegen. Der Lenker scheint die Velofahrerin nicht zu bemerken – und schon ist es passiert. Das Auto biegt links in eine Nebenstrasse ein, schneidet Gries dabei den Weg ab. Die Triathletin fliegt nach dem Aufprall über das Auto.

«Ich hatte Prellungen am ganzen Körper», erklärt Gries die Folgen ihres Trainingsunfalls von Mitte Mai. «Nur Prellungen. Ich hatte grosses Glück, das hätte viel übler enden können.» Gries erleidet einen Schock, lässt sich davon aber nicht aufhalten. Nur sechs Wochen später läuft sie beim Gigathlon in ihrer Kategorie auf den dritten Rang.


Überraschender Erfolg

«Aufgrund des Unfalls bin ich mit meinen bisherigen Resultaten in diesem Jahr sehr zufrieden», sagt Gries. Kein Wunder. Denn zwei Wochen nach dem Gigathlon gleich der nächste Erfolg: Beim Ironman in Zürich läuft Gries sogar als zweite ihrer Kategorie und als neunte Frau überhaupt ins Ziel ein. «Ein fantastisches Resultat.» Gries holt sich ihr Zertifikat beim Resultat-Tisch ab. «Da hat mir die Frau hinter dem Tisch zur Qualifikation für den Ironman-Hawaii gratuliert.» Diesen netten Nebeneffekt hatte Gries während dem Rennen ganz vergessen. «Ich hatte mich einfach nur über meine tolle Zeit gefreut.» Dabei hatte sich die Porterin vor einem Jahr nur in Zürich angemeldet, um diese eine Qualifikation zu erreichen.

Am 9. Oktober startet Gries zum ersten Mal bei der Triathlon-Weltmeisterschaft in Hawaii. Bisher hat sie nur zwei Mal eine IronmanDistanz absolviert. Einmal auf Lanzarote – und eben vor anderthalb Wochen in Zürich. «Ich hab nun einfach gemerkt, dass mir die langen Distanzen gut liegen.»

Gries lässt es nun noch mindestens eine Woche ruhig angehen. «Ich muss jetzt an meiner Diplomarbeit für mein Nachdiplomstudium in Sportmanagement arbeiten.» Auch danach ist nicht besonders intensives Trainieren geplant. «Ein, zwei Läufe möchte ich noch machen, um meine Form aufrechtzuerhalten», sagt Gries. Der Triathlon über die Halbdistanz in Locarno sei eventuell noch ein Thema.

Ansonsten wird Gries vor allem an ihrer Schwimmtechnik arbeiten. «Da habe ich die grössten Defizite.» Da die Porterin alleine trainiert und nicht mit einem Trainer arbeitet, muss sie für den «Schwimmunterricht» einen Experten hinzuziehen. «Aber ansonsten werde ich keinen Trainingsplan schreiben. Ich trainiere so, wie ich es gerade für richtig halte.»

Doch wieso fand Gries nach ihrem Unfall so schnell wieder auf die Erfolgsspur zurück? Sie hat eine einfache Erklärung. «Die ganze Vorbereitung war nach dem Unfall sehr chaotisch. Das hat mir vielleicht gut getan. Ich mag das Chaos.» Gries lacht. Sie hat auch allen Grund dazu. Es ist wohl das Ziel jedes Triathleten, einmal in Hawaii dabei zu sein.


Gries reist eine Woche vor dem Wettkampf nach Hawaii. «Anklimatisieren», sagt sie. Ihr Ziel: Eine Platzierung in der ersten Hälfte ihrer Kategorie. Und natürlich ohne Unfall durchkommen. Denn Gries weiss: erst nach 3,86 Kilometern Schwimmen und 180,2 Kilometern Radfahren folgt ihre Paradedisziplin beim schwierigsten Ausdauerwettkampf der Welt: Das Laufen

Quelle: Bieler Tagblatt 5.8.2010
Eintrag Felix Weilenmann


Triathlon Club Seeland - Email: info[at]triseeland.ch