akm. Vergangenes Wochenende fand das letzte von insgesamt acht Rennen des Swiss-TriathlonCups statt. Der Bieler Gabriel Hopf belegte in Uster nur den 22. Rang, und dies, obwohl er als Erster über die Ziellinie lief. Wie ist so etwas möglich? «Eine komplizierte Sache», antwortet Hopf gelassen, im Innern scheint es ihn aber doch zu beschäftigen. Hopf ist der Überzeugung, sich an die Vorschriften gehalten zu haben. 15 Minuten Strafzeit wurden ihm zusätzlich angerechnet, deswegen fiel er vom 1. auf den 22. Rang zurück. Er habe es längst weggesteckt, sagt er nun. «Ein Sportler muss nach vorne schauen», meint Hopf. Wer an solchen Kleinigkeiten hängen bleibe, komme nicht weit.
Mehrfache Belastung
Hopf ist ein Siegertyp, der genau weiss, was er will, und der sich vor allem auch bewusst ist, wie viel er dafür investieren muss. Er lebt nach dem Minimum-Maximum-Prinzip. In Uster wollte er an seine Siege der vergangenen Rennen anknüpfen. Viermal in Serie blieb der Bieler ungeschlagen, sich ständig steigernd, und dies trotz des vielen Lernens für seine Abschlussprüfungen als diplomierter Pflegefachmann HF, die er vor wenigen Wochen mit Bravour abgeschlossen hat.

Die Leere nach dem Sieg
Ausgebildeter Pflegefachmann, U23-Schweizer-Meister im Duathlon – doch damit noch nicht genug: Dank konstanten Leistungen seit Beginn des Jahres gewann er auch das Gesamtklassement des Swiss-Triathlon-Cups – trotz der Enttäuschung in Uster. «Nach einem Sieg empfinde ich eine Art Leere in mir», beschreibt der 23-Jährige seine Gefühle etwas nachdenklich. Einen Moment lang hält er inne und überlegt.
Das Hochgefühl eines Sieges hält nur kurz an, nämlich auf der Zielgeraden, wenn er realisiere, dass er gewinne, erklärt der vielseitig talentierte Seeländer. Da ist sie wieder, die Siegermentalität, die Gabriel Hopfs Persönlichkeit auszeichnet. Er hat noch lange nicht genug gewonnen, seine Ziele sind hochgesteckt. Jetzt möchte er erstmals arbeiten und sein Training optimieren. Sein Wunsch ist es, eine Teilzeitstelle zu 50 bis 60 Prozent zu finden. Daneben will er sich voll auf seinen Sport konzentrieren. Wenn dies finanziell möglich ist, wäre dies für ihn die beste Lösung.
Bei der Suche von Sponsoren hilft ihm sein Kollege Simon Zahnd von «Zaboo sports». Der Bieler weiss seine Stärken zu verkaufen. Er weiss, was er zu bieten hat und ist zuversichtlich, dass er noch einen Geldgeber auf sein Erfolgsboot
ziehen kann. «Es würde mir so Einiges erleichtern», betont er.
Wechsel zum Ironman
«In fünf Jahren will ich am ersten Ironman (3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,195 km laufen – die Red.) starten, und mich später als Profi für den Ironman auf Hawaii qualifizieren», drückt sich Hopf betreffend seiner langfristigen Zielsetzungen selbstsicher aus. Der beste Schweizer Ironmanathlet ist Ronnie Schildknecht. «Auf ihn verliere ich noch viel Zeit, vor allem beim Schwimmen», analysiert Hopf selbstkritisch. Er werde gezielt an seinen Schwächen arbeiten, dabei aber seine Trümpfe, also vor allem das Velofahren, vernachlässigen. Manchmal stecke er sich sehr hohe Ziele, aber man müsse an sich und seine Fähigkeiten glauben, bekräftigt er. Als Vorbereitung will er sich zunächst nebst der Olympischen Distanz (1,5/40/10 km) während drei bis vier Jahren auf Halb-Ironmans (1,9/90/21,1 km) konzentrieren.
Vom erfolgreichen Tri- und Duathleten über den Halb-Ironman zum «Eisernen Mann» (Ironman)? Es zeichnet sich ein langer Weg ab, der mit harter Arbeit, Fleiss und viel Geduld verbunden ist. Wenn Gabriel Hopf weiterhin ein solch gutes Gespür dafür hat, Training, Erholung, Freunde und Arbeit unter einen Hut zu bringen, dann wird ihn sicherlich nichts davon abhalten, auch dieses Ziel zu erreichen.
LINK: www.gabrielhopf.ch
Gabriel Hopf • wurde am 27. Juni 1987 geboren • wohnt in Biel • schloss im August seine Ausbildung zum diplomierten Pflegefachmann ab • arbeitet mit Coach Peter Mathys zusammen • gehört dem Tri Club Seeland, dem TV Länggasse und dem Team Thömus Veloshop an • gibt als Lieblingsmotto an: «Egal, wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt machen.» (bt)
Resultate TriCS
Quelle Bieler Tagblatt 2.9.2010
Eintrag Felix Weilenmann
Triathlon Club Seeland - Email: info[at]triseeland.ch