An der Ironman-WM auf Hawaii sorgten die beiden Schweizerinnen Caroline Steffen (5. Platz) und Karin Thürig (6.) sowie der Romand Mike Aigroz (6.) für die Topresultate aus Schweizer Sicht. Auch Susanne Gries glänzte.
Si/bmb. Der 33-jährige Waadtländer Mike Aigroz aus Château d’Oex rettete mit seiner Klassierung die Schweizer Ehre bei den Männern. Denn die beiden eigentlichen Hoffnungsträger, Ronnie Schildknecht und Mathias Hecht, gaben das Rennen wie mehrere andere Top-Ten-Anwärter auf. Aigroz feierte mit Platz 6 am bedeutendsten Ironman den grössten Erfolg seiner Karriere. «Ein solches Abschneiden auf Hawaii war immer mein grosses Ziel. Jetzt ist es vollbracht», sagte Aigroz. Bei seinen ersten beiden Auftritten in Hawaii hatte er keine Rolle bei der Vergabe der Preisgelder gespielt. Nun kassiert er wie Thürig 12 500 Dollar. Aigroz hatte erst im Nachsitzen den Cut für die diesjährige Ironman-WMQualifikation geschafft (Top 50 Kona Pro Ranking Männer per Ende August beziehungsweise Top 30 Frauen). Der Australier Craig Alexander sorgte in 8:03:56 Stunden für einen Streckenrekord und feierte seinen dritten Triumph nach 2008 und 2009.
Bereits zum vierten Mal nach ihrem Hattrick von 2007 bis 2009 siegte bei den Frauen die Britin Chrissie Wellington. Sie verwies die australische Vorjahressiegerin Mirinda Carfrae, die ihren eigenen Marathon-Rekord in Kona um eine Minute auf 2:52:09 Stunden verbesserte, nur um zweieinhalb Minuten auf Platz 2. Dritte wurde Leanda Cave (Gb).
Steffen schnuppert am Sieg
Die Vorjahres-Zweite Caroline Steffen (33), die für ihren 5. Rang ein Preisgeld von 15 000 Dollar erhält, übernahm bei den Frauen nach dem ersten Drittel der Laufstrecke gar die Führung (zwischen Kilometer 10 und 25), büsste dann aber wegen einer Schwächephase auf dem Weg ins legendäre Energy Lab noch einige Plätze ein. Im Ziel klappte Steffen nach ihrem unermüdlichen Kampfgeist im Dreikampf der Qualen zusammen. «Ich habe alles versucht, um zu gewinnen. Leider ist es auf den letzen zehn Kilometern nicht aufgegangen. Doch ich werde es wieder versuchen.» Steffen hatte im abgelaufenen Jahr wegen einer Verletzung am rechten Fuss vom Januar an bis Mitte Jahr kein geregeltes Lauftraining absolvieren können.
Die 39-jährige Luzernerin Karin Thürig egalisierte mit Platz 6 ihr Topresultat aus den Jahren 2003 und 2010 und setzte damit einen würdigen Schlusspunkt unter ihre eindrucksvolle Karriere als Multisportlerin. Zudem verbesserte sie ihren eigenen Streckenrekord auf dem Rad dem Vorjahr nochmals um vier Minuten auf 4:44:19 Stunden. Die sechsfache Ironman-Weltmeisterin Natascha Badmann (44) belegte bei den Frauen den respektablen 14. Platz. Damit finishte die Veteranin erstmals nach 2006 (Platz 10) wieder die IronmanWM. 2007 war sie auf Big Island an der Ironman-WM im Radfahren schwer gestürzt. Die Karriere der «Queen of Kona» hatte aufgrund der langwierigen Schulterverletzungen auf der Kippe gestanden. Doch mit bemerkenswertem Willen kämpfte sich Badmann trotz «reifem Jahrgang» nun in die erweiterte Weltspitze zurück. Bei ihren ersten beiden Auftritten auf Hawaii nach dem Unfall hatte Badmann jeweils im Laufen aufgeben, im letzten Jahr war sie wegen Pfeifferschem Drüsenfieber gar nicht erst auf die Pazifikinsel gereist.
Gries verbessert sich weiter
Aus Seeländer Sicht überzeugte Susanne Gries. Die Porterin verbesserte ihre letztjährige Leistung um 16 Minuten und kam in 10 Stunden, 26 Minuten und 24 Sekunden (inklusive Wechselzeiten) als Elfte ihrer F35-Kategorie und Gesamt-705. ins Ziel. Gries brauchte für 3,86 Kilometer Schwimmen 1:14:14, für 180,2 Kilometer Bike 5:36:58 und für den abschliessenden Marathon über 42,195 3:27:42.
Quelle Bieler Tagblatt 10.10.2011
Eintrag Felix Weilenmann
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